1917 stürzte
die Partei der Bolschewiki in Russland die Zarenherrschaft und errichtete
eine neue Staatsform, den Sozialismus. In Deutschland fand im November
1919 eine Revolution statt, durch die die Spartakisten um Karl Liebknecht
und Rosa Luxemburg für mehr Rechte der arbeitenden Menschen kämpften.
Erwin Fischer war nicht damit einverstanden, dass die Menschen in Deutschland
für ihre Arbeit sehr wenig Geld bekamen und oft nicht genug für
die Familien blieb, um sich das Notwendigste kaufen zu können.
Daher ist es kein Zufall, dass sich der junge Erwin Fischer mit den
Zielen des kommunistischen Jugendverbandes Deutschland auseinandersetzte,
1923 Mitglied des kommunistischen Jugendverbandes wurde und sich für
dessen Ziele einsetzte.
Er nahm an vielen Veranstaltungen und Demonstrationen teil. Das war
zur damaligen Zeit sehr gefährlich, denn schließlich befürchteten
die herrschenden Wirtschaftsbosse, dass die Kommunisten in Deutschland
einen Staat nach dem Modell Russlands aufbauen wollten. Auf einer solchen
Demonstration wurde Erwin Fischer 1924 von einem Polizisten durch einen
Streifschuss verletzt. Er arbeitete jedoch weiter aktiv im Verband für
seine Ideale und wurde 1927 von seinen Weggefährten zum Sekretär
des kommunistischen Jugendverbandes gewählt. In dieser Zeit kümmerte
er sich auch um die Kinder anderer Arbeiter, die damals als Pioniere
organisiert waren. Als Pionierleiter unternahm er mit ihnen Wanderungen
in die Natur und natürlich sprach man auch sehr viel miteinander,
vor allem darüber, was die Kinder bedrückte und was man machen
könnte, um daran etwas zu ändern.
Weil Erwin Fischer sich sehr gegen die Ziele der Regierung einsetzte,
wurde er 1919 zu 16 Monaten Festungshaft verurteilt. Trotzdem trat er
1931 in die kommunistische Partei Deutschlands ein und arbeitete dort
in der Bezirksleitung Pommerns.
In Deutschland wurden die Faschisten immer stärker und die KPD
wollte durch Kundgebungen, Demonstrationen und Versammlungen helfen,
alle Kräfte gegen den Faschismus und einen drohenden Krieg zu vereinen.
Wegen seiner Aktivitäten gegen den Faschismus wurde er auf die
Fahndungsliste der Polizei gesetzt.
Erwin musste sich einen Decknamen zulegen, seine blonden Haare dunkel
färben und eine dunkle Brille tragen. Das alles half aber nichts
und er musste Stettin verlassen.
Er ging nach Moskau und studierte dort ein Jahr lang an der internationalen
Leninschule. Nach Beendigung des Studiums arbeitete er für das ZK
der KPD in Hamburg.
Die Geheimpolizei der Faschisten, die Gestapo, spürte
ihn jedoch auf und Erwin musste nach Holland fliehen.
Im Oktober 1937 wurde er von der holländischen Polizei verhaftet
und ins Internierungslager geschickt.
Die Auslieferung Erwin Fischers an die Gestapo konnte durch die Massenproteste
der niederländischen Werktätigen verhindert werden, er blieb
aber interniert und wurde nach der Okkupation der Niederlande den deutschen
Faschisten übergeben. Diese verurteilten ihn 1942 zum Tode. Erwin Fischer
starb im Zuchthaus Berlin-Plötzensee unter dem Fallbeil.